mOsi trifft – Lena Meckel

Hallo Lena, stell dich doch bitte mal kurz vor.

Credit: ZDF Arnim Thomaß

Mein Name ist Lena Meckel, ich bin 27 Jahre alt und Schauspielerin. Seit meinem 13. Lebensjahr stehe ich vor der Kamera für TV- & Kinoproduktionen und hatte das große Glück bisher meine Leidenschaft beruflich ausleben zu dürfen. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, worüber sich mein Freund täglich freut.  Ich reise für mein Leben gerne, es gibt für mich nicht Schöneres als neue Orte zu entdecken und erleben zu dürfen.

Frühaufsteher oder Morgenmuffel?
Frühaufsteher. Ich starte viel besser in den Tag, wenn ich sehr früh wach bin. Gerade während der Dreharbeiten gehört das frühe Aufstehen einfach dazu. Wobei ich gestehen muss, dass es immer mal wieder Phasen gibt, in denen ich einfach nicht aus dem Bett komme – und das ist auch mal okay.

Kaffee oder Tee?
Tee. Ich liebe zwar den Geruch von frischen Kaffeebohnen, aber gebrühter Kaffee schmeckt mir einfach nicht. Tatsächlich habe ich sogar mal einen Barista Kurs besucht, und mein Cappuccino kann sich wirklich sehen lassen…
Schade eigentlich, dass er mir trotzdem nicht schmeckt 🙂

Wie sieht die erste Stunde deines Tages aus?
Da meine Tage alles andere als einen Rhythmus und eine Routine haben, sieht auch jeder Morgen bei mir anders aus. Das Frühstück fällt jedoch in 99% der Fälle aus. Ansonsten geht der Morgen recht zügig los. Bis kurz vor knapp wird geschlafen, um spätestens 20 Minuten danach das Haus zu verlassen. Ein großer Vorteil, worüber mein Freund sehr dankbar ist: Länger als 15 Minuten brauch ich in der Regel nicht im Bad.

Wie bist du zu dem gekommen, was du heute machst?
Es war mehr oder weniger Zufall. Ich war als Kind schon immer sehr kameraaffin und habe meine Eltern fast schon dazu genötigt die Videokamera auf mich zu richten. Als ich dann mit 13 Jahren durch eine Bekannte meiner Eltern auf das „Die wilden Kerle 3“-Casting aufmerksam gemacht wurde und die Rolle sogar bekam, nahm alles seinen Lauf und schon während der Schulzeit war ich für Filmproduktionen am Set.

Stell uns doch bitte kurz die Meilensteine in deiner beruflichen Laufbahn vor?
Nach meiner ersten Kinoproduktion im Alter von 13 Jahren habe ich für „Unter anderen Umständen“, „Der Alte“, „SOKO“ usw. gedreht. Mein größter Meilenstein war dann wohl das Abitur. Zugegeben: Ich war zwar in der Schule anwesend, doch meist nur physisch. Es gab einfach zu viele Dinge, die ich in meiner Jugend interessanter fand als mein Lateinbuch. Wobei es bemerkenswert war, dass ich zwar wusste, auf welcher Seite die Lateinvokabel stand und zu welchem Kapitel sie gehörte, jedoch keinerlei Ahnung hatte, was sie nun bedeutet.

Als das Abitur geschafft war, widmete ich mich voll und ganz der Schauspielerei und drehte weitere Kino- und TV-Projekte. Jedoch durfte ich bald auch die Schattenseite meiner Berufswahl erfahren, denn es gab immer mal wieder Phasen, in denen ich auch mal einen langen Atem brauchte und hoffnungsvoll vor dem Telefon saß. Dieser Beruf ist ein ständiges auf und ab und ich kann mich wirklich mehr als glücklich schätzen, dass ich in den letzten zwei Jahren so kontinuierlich drehen durfte. Man lernt zwar mit diesen drehfreien Phase umzugehen, jedoch wirklich damit klar komme ich bis heute nicht.
Mit 23 habe ich mich dazu entschlossen noch mal ein Fernstudium anzufangen, um auch diese Phasen zu füllen. Sofern es die Zeit und Dreharbeiten zulassen, schreibe ich die Prüfungen mit, damit ich mir hoffentlich bald meinen Bachelor of Arts-Titel ins Wohnzimmer hängen kann.

Welchen Beruf haben sich deine Eltern für dich gewünscht?
Ich denke, mein Papa hätte nichts dagegen gehabt, wenn ich nach dem Abitur direkt eine Universität besucht hätte. Meiner Mutter war wohl schon früher bewusst, dass das nichts wird. Aber meine Eltern haben mich immer unterstützt. Mein Studium gibt ihnen hoffentlich eine Sicherheit, dass, falls alle Stricke reißen, ich auch noch was anderes gelernt habe. Ich selbst hoffe aber, nicht darauf zurückgreifen zu müssen. Solange ich kann, werde ich weiter spielen oder auch eigene Filme drehen 

ZDF Arnim Thomaß

Du hast ja schon in sehr vielen verschiedenen Produktionen mitgewirkt, gibt es ein Format in dem du gerne mal dabei sein möchtest?
Für mich ist jedes Projekt eine Herausforderung und macht mir unheimlich Spaß. Leider habe ich bis jetzt noch in wenigen Komödien gespielt und würde mich umso mehr freuen, wenn mehr Projekte in diese Richtung kommen würden. Meine Freunde sagen immer, ich bin sehr lustig. Das finde ich persönlich eigentlich auch, zumindest lache ich immer am lautesten über meine Witze.

Als Wohnort hast du in deiner Vita München und Berlin angegeben, für welche Stadt schlägt dein Herz mehr?
München ist mein Zuhause, ich bin hier geboren, Familie und Freunde leben hier. Aber ich liebe Berlin und seine Vielfalt. München ist mir manchmal etwas zu eintönig und zu „sauber“. Daher schlägt mein Herz wohl für Berlin, jedoch nicht zwischen Ende September bis Anfang Oktober. Zum Oktoberfest ist eine Abwesenheit in München für mich undenkbar. Da bin ich halt dann doch ein Münchner Kindl.

Was unterscheidet die beiden Filmstädte für dich?
Berlin lebt – und zwar Tag und Nacht. Auch beruflich ist in Berlin unheimlich viel geboten. In München ist die Filmindustrie wesentlich kleiner als dort, trotzdem wird hier viel gedreht. München ist einfach schön und macht sich auch auf der Bildfläche gut.

Würde dich auch mal Theater oder Musical reizen?
Musical weniger, da meine Stimme sich wohl besser für das Badezimmer eignet als auf der großen Bühne. Jedoch würde ich unheimlich gerne mal Theater spielen. Leider hat sich das bisher noch nicht ergeben, ich würde diese Erfahrung aber gerne mal erleben dürfen.

Wie läuft so ein Casting für eine Produktion ab? Bzw. wie schwer ist es an gute Rollen zu kommen?
Generell bekomme ich eine Einladung über meine Agentur mit Rollenprofil und Spielszene für das Casting, ab und an auch direkt das ganze Drehbuch. Dann heißt es vorbereiten. Im Casting selbst ist meist der Caster mit vor Ort, teilweise auch die Regie. Dann werden die vorbereiteten Szenen gespielt, entweder mit einem Anspielpartner oder direkt einem Schauspieler, der für die andere Rolle gecastet wird. Manchmal gibt es dann noch eine weitere Runde, der Recall oder ein Konstellationscasting mit den weiteren Darstellern. Sofern alles gut geht, bekommt man einen Anruf und hat die Rolle. Ist leider nicht immer der Fall, dann heißt es abhaken und auf zum nächsten. Generell wird immer mehr auch mit E-castings gearbeitet. Das heißt, ich nehme die Szenen daheim auf und schicke sie zum Caster. Besonders dann, wenn das Casting in einer anderen Stadt stattfindet, erspart das beiden Seiten Zeit.

Wie gehst du mit Rückschlägen oder negativen Erfahrungen um?
Das ist ein Prozess, den man lernen muss und den ich immer noch lerne. Jeder Rückschlag lässt Zweifel an dem, was man macht aufkommen. Mich tangiert und belastet so was immer sehr. Aber das ist einfach ein Teil dieses Berufs.

Glaubst du, dass TV für die jüngere Generation in Zeiten von Internet und Netflix noch Zukunft hat?
Ehrlich gesagt glaube ich, dass es in naher Zukunft starke Veränderungen geben wird, was den Medienkonsum betrifft. Ich sehe es an meiner kleinen Schwester, die knapp sieben Jahre jünger ist als ich. Für sie ist das klassische Fernsehen nur selten von Interesse. Auch meine Generation zieht Netflix und Co. dem Fernsehen vor. Wenn mich Leute fragen, was ich so drehe und ich dann von Produktionen der ARD oder dem TV erzähle, kommt meist die Aussage: „Ah okay… kenn ich nicht… Ich schau kein Fernsehen.“ Schade eigentlich. Denn wenn ich mich an meine Kindheit zurückerinnere, war es ein Highlight, am Samstagabend mit der ganzen Familie „Wetten, dass…?“ zu gucken. Das hatte schon was. Aber klar, ich ertappe mich selbst dabei, dass ich gerne auf die Online-Medien zurückgreife. Diese richten sich zeitlich nach mir und ich kann dann, wenn mir danach ist, das sehen, was ich gerade möchte. Natürlich in der heutigen schnelllebigen Gesellschaft ein großer Vorteil.

Du bist ja auch oft auf „Roten Teppichen“ vertreten, wie wichtig ist das „Gesehen werden“ für deine Karriere?
Das ist eine gute Frage, auf die ich immer noch keine Antwort habe. Mittlerweile fällt es mir etwas leichter über den roten Teppich zu huschen, aber noch vor einem Jahr ist mir das mehr als schwer gefallen. Ich denke, es ist nicht unwichtig sich auf branchenspezifischen Veranstaltungen blicken zu lassen, denn vom Zuhause sitzen wird mich keiner kennen lernen. Ob es mir jedoch final eine neue Rolle beschaffen wird, wage ich zu bezweifeln.

Wie gehst du damit um, wenn du von Fans auf der Straße nach einem Autogramm oder einem Selfie gefragt wirst?
In dem Moment bin ich meistens total aufgeregt und weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Ich freue mich natürlich immer total, aber es ist einfach eine absurde Situation für mich. Das letzte Mal habe ich mich beispielsweise dafür bedankt, als jemand mit mir ein Selfie gemacht hat.

Hast du einen Lieblingsplatz in München zum Chillen?
Da ich direkt vor meiner Nase die Isar habe, gibt es für mich nichts Schöneres als an einem Sommertag am frühen Abend kurz ins eiskalte Wasser abzutauchen. Ist zwar jedes Mal aufs Neue eine Überwindung, kann aber nach einer schlaflosen Nacht Wunder wirken. Also hier ein kleiner Tipp, falls es mal etwas länger ging: Rein in die Isar!

Welche Musik hörst du wenn du unterwegs bist?
Ich steh durch und durch auf die 80er Songs! Beim Ausgehen darf’s auch gern mal Techno sein. Außerdem bin ich großer Hip-Hop-Fan, aber nur von den alten Klassikern wie Cunning Linguist, Gang Starr oder Notorious Big. Oder auf dem deutschen Markt: Fettes Brot und Fanta 4. Den Radio-Charts kann ich leider nichts abgewinnen.

Ist Social Media für dich eher Fluch oder Segen?
Beides. Ich habe mich lange gesträubt und war der Meinung, das geht wieder vorbei. Leider lag ich da falsch und bevor ich mich weiter darüber aufrege, habe ich mich damit arrangiert und sehe es als Teil meines Jobs. Jedoch bin ich selbst recht wenig auf den Plattformen unterwegs, nutze sie hauptsächlich beruflich. Mir persönlich tut es einfach ab und zu nicht gut. Gefühlt sind alle um mich herum nur im Urlaub oder haben Karrierehöhepunkt. Klar, ich zeige auch nicht unbedingt die negativen Seiten im Leben, wäre aber vielleicht eine gar nicht so schlechte Idee. Ich denke, vielen geht es da so wie mir…

Auf was bist du besonders stolz?
Ich bin stolz darauf, dass ich mich bisher nicht unterkriegen hab lassen und mich so zu einer starken Frau entwickelt habe, die auf eigenen Beinen im Leben steht. Meine Eltern haben mir wichtige Werte vermittelt und mir immer das Gefühl gegeben, dass mein Weg, den ich gehe, gut ist. Das hat mich geprägt und zu dem gemacht, was ich heute bin.

Gibt es etwas was du dir in letzter Zeit gegönnt hast?
Ich war unter der Woche mittags bei der Massage. Tatsächlich habe ich bei so was ein schlechtes Gewissen, weil ich mir denke: Lena, es ist 13 Uhr und andere Leute arbeiten! Aber diesmal hab ich eine Ausnahme gemacht und fand es mega!

Für was gibst du gerne Geld aus?
Wenn nach den ganzen Steuern, Versicherungen und der Miete noch was übrig bleibt, dann zum Reisen 🙂

Dein kleiner Beitrag zum Klimaschutz bzw. verzichtest du der Umwelt zuliebe auf etwas?
Ich versuche täglich einen kleinen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen. Es sind Kleinigkeiten wie der Verzicht auf Plastikflaschen oder Tüten, Mülltrennung sowie kurze Wege zu Fuß. Jobbedingt ist es teilweise leider schwer auf das Auto oder den Flieger zu verzichten.

Mit welchen drei Worten würden dich deine Freunde beschreiben?
Laut, lustig, emotional.

Gibt es etwas was du gar nicht kannst, aber gerne können würdest?
Klavier spielen und dazu singen. Also, wenn ich jemanden sehe, der am Klavier sitzt und dazu singt, dann finde ich das schon ziemlich sexy.

Was schiebst du immer wieder auf?
Auf mein Konto zu schauen.

Welche Frage wird dir selten oder nie gestellt, die du aber gerne mal beantworten möchtest?
Tatsächlich die Frage, wie es mir eigentlich geht: Danke, gut soweit 

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